Fröhlichen Juni!

Happy June 2012-1 © Stefanie Neumann - All Rights Reserved.

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Letzte Nacht habe ich ein Gefühl von Traurigkeit bemerkt.

Während der letzten Woche hat es in meinem System (ebenso wie im System meines Partners) ohnehin viel geächzt und geknackt und ich fühle, dass sich zurzeit eine ganze Menge an Energie auf unserem Planeten bewegt.  Alter Kram, neuer Kram, Entgiftung, Neukalibrierung…  Das volle Packet.  –  Das ist in Ordnung.  Ein Atemzug, ein Schritt zurzeit und alles ist gut.

Letzte Nacht kam nun dieses Gefühl von Traurigkeit auf.  Ein Gefühl von Gehenlassen.  Das Gehenlassen von der Vorstellung davon, wie ein fürsorgliches Umfeld aussehen sollte.  Das Gehenlassen von dem Wunsch gut versorgt zu sein.  Das Gehenlassen von der Illusion aus der Kindheit, dass uns jemand beschützt und für uns sorgt.

Viele von uns, mich eingeschlossen, tragen diese Wunde im Innern, das die Fürsorge der Familie nicht so ausgesehen hat, wie wir es und in einer perfekten Welt erhofft hätten.  Es wird uns beigebracht, diese Wunde irgendwo zu verstauen.  Es wird uns beigebracht, nicht kindisch zu sein und kein großes Ding daraus zu machen.  Es wird uns beigebracht, dass die Welt nicht perfekt ist und wir besser erwachsen werden und damit umgehen.

Und so verstauen wir diese Wunde irgendwo und werden erwachsen.  Und so beeinflusst diese ungeheilte Wunde, diese unbalancierte Traurigkeit all unsere Beziehungen.  Sie beeinflusst, wie wir uns selbst definieren, wie wir unsere Werte und Prioritäten definieren, wie wir unsere Position in der Interaktion mit anderen definieren.  Und die meiste Zeit schließt diese Definition einen Mangel an Behaglichkeit, einen Mangel an Empathie und Mitgefühl für uns selbst – und somit auch für andere ein.  Und dann wundern wir uns, warum wir keine Fülle, kein Fließen und kein Glück  in unseren Leben erfahren.  Und dann nehmen wir an, dass wir es wahrscheinlich nicht wert sind und dass wir selbstsüchtig und undankbar sind, weil wir nicht glücklich genug sind mit dem was wir haben.

Aber wie können wir glücklich sein wenn wir unserer Wunde nicht erlauben, zu heilen?

Die neue Energie, welche momentan herein kommt erlaubt das nicht mehr.  Sie erlaubt uns nicht, Wunden irgendwo zu verstauen und sie zu vergessen in dem Denken, sie wären zu klein, um anerkannt zu werden.  Die neue Energie verlangt, dass wir in diese unbalancierten Aspekte unserer selbst hineinfühlen, damit wir sie wieder integrieren können.  Die neue Energie verlangt, das wir alles sind, das wir sind – und das heißt, alle unsere Aspekte wollen integriert sein, denn, wie sonst können wir „alles sein, das wir sind“?

Das Gefühl, welches ich letzte Nacht bemerkte, war mein eigenes.  Und ich habe es anerkannt, umarmt und integriert.  Doch war es nicht alles mein.  Es war auch etwas, das viele von uns jetzt erfahren.  Und viele von uns fühlen sich ängstlich weil sie nicht wissen, was sie mit diesem Kram machen sollen, der hochkommt.  Die alten Wege, damit umzugehen, funktionieren nicht mehr.  Aber was ist die Alternative?

Es fühlt sich beängstigend an, das Gefühl von Traurigkeit, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit zu erlauben.  Der Verabschiedung unserer Kindheitsträume ins Angesicht zu sehen, fühlt sich schrecklich an.  Und dann fühlt es sich dumm an, weil wir uns so aufgewühlt fühlen wegen etwas, von dem uns beigebracht wurde, es sei kindisch.

Die Wahrheit ist:  Es ist nicht dumm.  Uns wurde beigebracht, unsere innere Allwissenheit abzutrennen.  Und jetzt lechzen wir nach Rückverbindung.  Die Wahrheit ist, dass es in der neuen Energie so etwas wie Rückverbindung nicht gibt, weil alles neu ist.  Die Wahrheit ist, dass diesen traurigen Gefühlen ins Angesicht zu sehen sich anfühlen kann, als verliere man alle Hoffnung, die wir jemals hatten.

Die Wahrheit ist auch, dass wir es nicht verlieren.  Wir lassen nur einen alten Weg los, es zu bekommen.  Wir lassen Wege los, die nicht mehr funktionieren, die vielleicht niemals funktioniert haben.  Und wir schaffen Raum für einen neuen Weg.  Einen Weg, der vielleicht keine Rückverbindung bietet, sondern stattdessen eine Neuverbindung.

Es ist nicht das Ende.  Es ist der Anfang der Erfüllung unserer Träume.  Und es hängt nicht von irgendjemandem oder irgendetwas im Außen ab.  Es liegt in unseren eigenen Händen.  Und das ist in der Tat ein Segen.

 

Happy June 2012-2 © Stefanie Neumann - All Rights Reserved.