Das Haus Wo Sie Verrückte Machen

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(2012-07-07, Hamburg  –  Auf dem Weg zu einer Parade)

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Es ist eine ganze Weile her seit meinem letzten Beitrag und einige von Euch haben vielleicht bemerkt, dass ich auch noch nicht auf die jüngsten Kommentare, E-Mails und Blogbeiträge von Euch geantwortet habe.

Hier ist der Grund:

Es ist gerade echt viel los!  ;)

Nummer eins auf meiner Echt-Viel-Los-Liste während der letzten zwei Wochen:

Mein Partner Kim ist US-Bürger, ich bin Deutsche.  Wir leben in Deutschland und bis jetzt hatte mein Partner ein Besuchervisum, welches ihm erlaubt, für einen lediglich auf drei Monate begrenzten Zeitraum in Deutschland zu bleiben.  Wir haben auf ziemlich abenteuerliche Weise herausgefunden, wie das funktioniert, nachdem Kims erste drei Monate hier abgelaufen waren.  Wir bekamen heraus, dass er dann die Schengen-Zone (was im Grunde das westeuropäische Festland ist) für 90 Tage verlassen muss, bevor er wieder zurück kommen darf.  Als wir dies herausbekamen, waren wir in Irland (was wegen der Geschichte mit der Republik und Nordirland eine Zone separat von der Schengen-Zone ist).  Wir waren dort auf unserem Weg zu einem Familienbesuch in den USA gestrandet, weil sich auf einmal die Regelungen bezüglich des Visums für Europäer, welche die USA bereisen, geändert hatten und ich somit nicht wie geplant in das Land einreisen konnte.  Während wir also dabei waren, auszuarbeiten, wie wir den Regierungsverwaltungen geben können, was sie von mir wollen ohne all unsere Pläne über den Haufen zu werfen und ohne die Kosten zu sehr in die Höhe zu treiben, erfuhren wir die Antwort auf die Frage, welche wir Wochen zuvor gestellt hatten:  Für wie lange muss Kim Deutschland verlassen, nachdem die 90 Tage seines Besuchervisums abgelaufen sind?  Die Antwort, wie bereits oben erwähnt:  Für 90 Tage.  Bum!  Letztendlich verbrachten wir diese 90 Tage zusammen in einer hübschen kleinen Wohnung in Dublin City, Irland und hatten eine großartige Zeit.  Problem gelöst, mit Würde und Leichtigkeit.

Da wir nicht andauernd herumreisen müssen wollen, um unser Leben gemeinsam zu verbringen, haben wir uns nach einer Aufenthaltsgenehmigung für Kim umgesehen, die ihm erlaubt, länger als diese 90 Tage in Deutschland zu bleiben und ihm die Möglichkeit  gibt, später einmal die unbegrenzte Niederlassungserlaubnis zu erwirken.  Je näher der Tag kam, an dem Kims neues Besuchervisum für Deutschland enden würde, desto mehr Blockaden tauchten auf unserem Weg auf.  Die Räder der Ämter und Behörden drehen sich langsam und das System ist nicht dafür gemacht, die Menschen zu unterstützen.  Die alte Energie hat uns beharrlich die Hand gereicht und ich war herausgefordert, ruhig in mir selbst zu bleiben und viel sanft zu atmen, während dieser vergangenen Wochen.  Wir wurden von Pontius zu Pilatus geschickt, mussten uns um 3:00 Uhr morgens vor der Behörde für Ausländerangelegenheiten anstellen, um sicher zu stellen, dass wir auch drangenommen wurden und die Information darüber, was verlangt wird, war absolut unklar – was bedeutete, wiederholt weggeschickt zu werden und sich am nächsten Morgen erneut  um 3:00 Uhr früh anzustellen.

Irgendwie habe ich mich einige Male an das hier erinnert gefühlt:

Asterix Erobert Rom:  Das Haus In Dem Sie Verrückte Machen

Die gute Nachricht ist:  Kim darf ein bisschen länger in Deutschland bleiben.  Er bekam die Erlaubnis dafür am allerletzten Tag bevor sein Besuchervisum abgelaufen war.  :)  –  Die nicht so gute Nachricht ist:  Statt zwölf Monaten gaben sie ihm lediglich drei Monate und ein paar neue Hindernisse zu überwinden, bevor Kim die vollen zwölf Monate bekommt.  Wie auch immer, wir nehmen es einen Atemzug und einen Schritt nach dem Anderen.

Nummer zwei auf meiner Echt-Viel-Los-Liste während der letzten zwei Wochen:

Ein ziemlich starker Transformationsprozess durchläuft gerade mein eigenes System:  Starke Entgiftungssymptome auf allen Ebenen, altes Zeug das hoch kommt, um entlassen zu werden, neues Zeug, das herein kommt um ins Leben gebracht zu werden.  Und als ob das nicht genug wäre, verlangte mein physisches System Entschleunigung und hat mich letzte Woche ins Bett verfrachtet.  Das hieß, ich konnte Kim nicht auf seinem Weg zu den Ämtern und Behörden begleiten, um ihn zu unterstützen und ihm zu helfen, das ganze Deutsch zu verstehen.  Zum Glück ist meine Mutter für mich eingesprungen und dafür bin ich enorm dankbar.  Dennoch habe ich nicht wirklich Erholung bekommen, bei all dem, was los war, nicht wissend, ob Kim ausreisen muss, um 1:30 Uhr morgens aufstehend, mich per Telefon für Fragen verfügbar haltend und all die Informationen zusammen und in Ordnung bringend, so dass wir letztendlich bekamen, was wir brauchten.  Also sehe ich zu, dass ich jetzt etwas regeneriere.

All diese Bewegung hat ganz schön viel Veränderung mit sich gebracht, welche sich jetzt Schritt für Schritt entfaltet.  Dies verlangt Integration und auch einige Neu-Balancierung.  Das heißt, ich werde ein bisschen Zeit brauchen, um mit all den wundervollen E-Mails, Feedbacks, Kommentaren und Blogbeiträgen aufzuholen, die Ihr während der vergangenen Wochen erschaffen habt und in den folgenden Wochen erschaffen werdet.  Also vergebt mir bitte, wenn es länger dauert, bis ich Euch antworte.  Ich bin an der Sache dran. 🙂

Wie immer sende ich Euch alles Liebe von meinem Herzen zu Eurem und wünsche Euch Leichtigkeit, Würde sowie eine wundervolle Zeit!