Ist Innerer Frieden Gleich Frieden für die Welt?

Does Inner Peace Equal Peace for the World © Stefanie Neumann - All Rights Reserved.

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Es gab einen Punkt in meinem Leben, an dem ich bemerkte, dass innerer Frieden lebenswichtig für mich ist.  Ich habe immer versucht, alles in meiner Umgebung auszugleichen und zu harmonisieren.  Viele Jahre lang habe ich geglaubt das wäre vielleicht so, weil ich Waage bin und man uns nachsagt, wir wären ein bisschen besessen von Harmonie.  Sei das wie es will, für mich war es mehr als das.  Und ist es immer noch.

Nicht nur bin ich Waage, ich bin auch eine hochsensible Person und extrem empathisch.  Ich kann Dinge fühlen, die in der Person neben mir im Bus vor sich gehen, als wären es meine eigenen Gefühle.  Manchmal war es schwierig für mich, zwischen „ihrem“ und meinem zu differenzieren.  Und viele Male in jüngeren Jahren habe ich darin gänzlich versagt.  Ich habe nur dieses ganze Ungleichgewicht gefühlt und getan, was ich konnte, um es zu auszugleichen.

Und es hat mich sogar noch unausgeglichener zurückgelassen.  Warum war das so?  – Weil ich mich in dem Versuch, das Außen auszugleichen, so sehr verbiegen musste, das mein inneres Gleichgewicht total gestört war.  Ich habe mich selbst bekämpft.

In unserer derzeitigen Gesellschaft wird uns beigebracht, uns die ganze Zeit selbst zu bekämpfen.  Uns wird beigebracht, unsere Träume, Bedürfnisse und Wünsche zu ignorieren und sie für etwas zu opfern, dass größeres Gut genannt wird.  Und wenn wir uns das größere Gut dann anschauen, sehen wir Menschen, die grausam zu ihren Familien sind (beides, mental und körperlich), Unternehmen in Konkurrenz, Länder im Krieg.  Und uns wird gesagt, unsere Freude, unsere Liebe, unsere Leben zu opfern um den Kampf zu füttern.  Du musst hart arbeiten, Du musst für Dein recht kämpfen, Du musst stark wie Stahl sein.  Und wir sind so sehr vom Kämpfen um unser Überleben und für das größere Gut eingenommen, dass wir nicht sehen, dass es in Wirklichkeit für niemanden gut ist.

Ich konnte diese Mentalität des Kämpfens nicht nehmen.  Also habe ich noch härter gegen mich selbst gekämpft.  Ich habe mich selbst beschuldigt, schwach zu sein, ich habe gegen diese Schwäche gekämpft, ich habe mich so sehr verbogen, dass es mich zerrissen hat.  Und ich blieb gebrochen zurück.

Momente wie dieser können ein Segen sein, weißt Du.  Es kam ein Punkt an dem ich aufwachte und einfach aufhörte, zu kämpfen.  Das gab mir Raum, zu erkunden, womit ich es wirklich zu tun hatte.

Akzeptieren, dass ich nicht mehr kämpfen will

Zuerst sagte ich mir, dass ich nicht auf das zählen kann, was ich nicht habe.  Ich akzeptierte, dass ich nicht stark genug für all das kämpfen auf der Welt bin und ich musste mich entsprechend positionieren.  Anstatt mich an dem Versuch aufzureiben, am Kampf des Alltags teilzunehmen, begann ich zu erkunden, was für mich funktioniert.  Und ich erschuf meinen eigenen Alltag.  Ein Leben, wo es ok ist, manchmal schwach zu sein.  Ein Leben, wo es ok ist, sich selbst zu lieben.  Ein Leben, wo man sich nicht selbst verletzen muss.

Erlauben, stark zu werden und meine Talente zu finden und zu leben

Dann bemerkte ich, dass ich tatsächlich gar nicht schwach bin.  Ich bemerkte, dass nur, weil ich versagt hatte am Kampf teilzunehmen, es nicht bedeutete, dass ich versagt hatte, am Leben teilzunehmen.  Ich lernte, meine Talente zu sehen und wertzuschätzen.  Sogar noch mehr:  Ich hatte schließlich Raum, sie zu leben und zu entwickeln.  Langsam konnte ich die Energie freisetzen, die zuvor im Kampf gegen mich selbst und den Rest der Welt gebunden war.  Und ich konnte sie nutzen, um tatsächlich einen Raum des Erlaubens zu erschaffen – ein Raum, wo es mir erlaubt war, mich zu lieben und zu nähren.  Einen Raum, wo es mir erlaubt war, zu träumen.  Einen Raum, um meine Träume wahr werden zu lassen.  Und ich kann Dir sagen, da wurde eine ganze Menge Energie freigesetzt.

Die Hand ausstrecken und mich mit meinen Träumen und mit Gleichgesinnten verbinden

Je mehr ich meine neue Position etablierte, umso mehr bemerkte ich, wie viele Menschen wirklich nicht mehr die ganze Zeit kämpfen wollen.  Viele Menschen sind all des Krieges in der Welt müde.  Viele Menschen fühlen sich damit unwohl, die ganze Zeit in Konkurrenz zu stehen.  Und viele Menschen sind ausgebrannt – oder kurz davor.  Ich begann, mit ihnen zu sprechen.  Ich begann, ihnen von meiner eigenen Geschichte zu erzählen und sie erzählten mir von ihrer.  Und ich fand heraus, dass sie mit dem Kampf aus dem gleichen Grund weitermachten, wie ich, bevor ich zusammenbrach:  Sie wussten nicht, dass sie eine Wahl haben!  –  ich bemerkte auch, dass es viele Menschen gibt, die ähnlichen Herausforderungen wie ich begegnet sind und ähnliche Schlüsse daraus zogen.  In einem Satz:  Ich merkte, dass ich nicht alleine bin.  Also habe ich meine Hand ausgestreckt und angefangen, Verbindungen zu knüpfen.  Weißt Du:  Isolation hält uns in Angst.  Sie hält und in einer Position, wo wir nicht wissen, dass wir eine Wahl haben.  Sie hält uns in einer Position, wo wir leicht kontrollierbar sind.  Verbindung erlaubt uns Liebe.  Sie gibt und die Perspektive des Wählens.  Sie öffnet unsere Herzen und hilft uns, über Begrenzungen hinauszuschreiten.

Was hat dies mit innerem Frieden zu tun?

All diese Schritte brachten mich zu einem Ort:  Ich habe aufgehört, mich selbst zu bekämpfen.  Und je mehr ich aufhörte, mich selbst zu bekämpfen, desto mehr hörte ich auf, überhaupt zu kämpfen.  Und je mehr ich aufhörte, überhaupt zu kämpfen, desto weniger angreifbar  war ich durch jene, die noch kämpfen.  Tut es weh, wenn es passiert? – Ja.  Nimmt es mir meine Kraft?  – Nein.

Es brachte mich alles an einen Ort, wo ich mehr Frieden erfahren kann.  Und interessanter Weise ist es so, dass je mehr ich Frieden im Innern erlaube und praktiziere, ich auch umso mehr Frieden um mich herum erfahre.

Innerer Frieden erlaubt mir, Urteil und Projektion loszulassen.  Indem ich mir erlaube, ich selbst zu sein, kann ich auch anderen erlauben, sie selbst zu sein.  Innerer Frieden erlaubt mir, meine Energie für mich zu nutzen.  Ich muss keine Energie von anderen absaugen und stehe weniger fürs Abgesaugt werden zur Verfügung.  Innerer Frieden erlaubt mir, meine Träume wahr werden zu lassen – und anderen ihre wahr werden zu lassen.  Ich kann Ideen von Mangel loslassen indem ich erkenne, dass es mehr als genug für alle gibt und diese Fülle genießen.

Tatsächlich ist es ziemlich einfach:

Wenn Du keinen Krieg magst, hör auf zu kämpfen.

Da dies nun gesagt ist, gebe ich obenstehende Frage an Dich:

Ist innerer Frieden gleich Frieden für die Welt?

Kämpfst Du manchmal noch gegen Dich selbst?  Kannst Du Dir heute einen Schritt hinein in Deinen inneren Frieden erlauben?

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