Rückzugszeit

Retreat Time 2012-1 © Stefanie Neumann - All Rights Reserved.

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Puh!

Bemerkst Du das auch?

Es erscheint mir als würden die Zeiten mehr und mehr intensiv und doch scheint die Zeit manchmal schneller vorbeizufliegen, als ich das Wort „Zeit“ aussprechen kann.

Die meiste Zeit schaffe ich es, geerdet zu bleiben – das bedeutet im Herzen zentriert – und einfach mit dem Fluss zu gehen.  Mancher Zeit  mag ich dabei eleganter aussehen, als zu anderen Zeiten, mancher Zeit mag ich schweben während ich zu anderen Zeiten stolpere.  Doch selbst, wenn ich stolpere, mache ich dies normalerweise mit einer gewissen Menge an Würde, kann mit mir selbst mitfühlen, stolpernd, kann mir selbst eine Hand reichen, um mir wieder hoch zu helfen.

In letzter Zeit fühle ich mich nicht mehr so geerdet.  Ich fühle mich viel mehr als würde ich versuchen, mich selbst einzuholen und auch alles um mich herum.  Es fühlt sich an, als würde ich mir selbst hinterher rennen.

Es gibt dieser Tage so viele Veränderungen.  Jeden Tag fühlt es sich an, als würde ich ein komplett neues Leben beginnen, wenn ich aufwache.  Jede Nacht fühlt es sich an, als würden meine ältesten Ängste und dichtesten Blockaden und Glaubenssysteme ausgebrannt werden, um mir selbst mehr Freiheit zu erlauben, auf dem Pfad, ich zu sein.  Es gibt keine Routine mehr.  Was für mich vor sechs Monaten funktioniert hat, um mir ein Gefühl der Zentriertheit zu geben, funktioniert nicht mehr.  Es scheint manchmal nicht einmal mehr in Reichweite zu sein.

Und dann fühle ich mich die ganze Zeit müde.  Ich könnte zwanzig Stunden am Tag schlafen, so scheint es.  Und ich schlafe mindestens zehn Stunden jede Nacht.  Und während ich schlafe, bemerke ich, wie an meinem System viel gearbeitet wird und Dinge ausgereinigt werden und an ihren Platz gebracht.  Also macht es offensichtlich Sinn, diese Phase der Schläfrigkeit zu erlauben, anstatt mich selbst nur noch mehr zu erschöpfen, indem ich sie bekämpfe.

So fragte ich mein Herz, was zu tun ist.  Die Antwort ist einfach:

Nehme Dir Rückzug.

Höre auf zu jagen, höre auf, aufzuholen, höre auf, zu tun – für eine Weile.

Ich weiß, dass dies die Wahrheit ist und die Lösung.  Dennoch hatte ich damit zu kämpfen.  So viele Menschen reichen mir gerade die Hand.  So viele wunderschöne Potenziale für wundervolle Verbindungen zeigen sich.  Und ich will niemanden enttäuschen.  Ich will all die wunderbaren Leserinnen und Leser meines Blogs nicht im Stich lassen.  Ich will zur Stelle sein.

Und dann, während eines E-Mail-Austausches mit einer Freundin aus Südafrika und später während eines Telefonates mit meinem Partner, heute, der gerade Freunde und Familie in den Vereinigten Staaten besucht, bekam ich die Antwort hierauf.

Zur Stelle sein bedeutet nicht notwendiger Weise, die ganze Zeit Inhalte herauszugeben.  Es kann auch bedeuten, einfach Dir selbst zu erlauben, zu sein, mit allem was Du bist, mit all Deinen Talenten und all Deinen Bedürfnissen.  Und wenn das bedeutet, dass Du ein Bedürfnis nach Rückzug hast, dann sei damit zur Stelle.

Eine Kollegin von mir aus Österreich tut dies bereits auf ihrem Blog.  Sie schreibt Beiträge, wenn es sich stimmig anfühlt und erlaubt sich selbst Rückzug, wenn sie das Gefühl hat, dass sie welchen braucht.  Für mich als Leserin hat sich das niemals wie Enttäuschung angefühlt.  Es hat sich inspirierend angefühlt!  Es hat mir gezeigt, dass es in Ordnung ist, sich ab und an eine Auszeit zu nehmen und das es in Ordnung ist, Deinen Bedürfnissen mit Liebe zu begegnen.

Und so bin ich heute zur Stelle.  Ich bin zur Stelle als jemand, die ein Bedürfnis nach Rückzug hat.  Ich bin zur Stelle als jemand, die Integrationszeit braucht.  Ich bin zur Stelle als jemand, die eine kreative Pause braucht.

Und deshalb kündige ich heute an, dass ich mir selbst erlaube, meine Bedürfnisse zu erfüllen.  Das bedeutet, dass ich für voraussichtlich zwei Wochen eine Auszeit nehme.  Während dieser Zeit werde ich möglicher Weise keine Beiträge veröffentlichen, ich werde möglicher Weise keine Kommentare beantworten und ich werde möglicher Weise nicht mit all den wundervollen Blogs und Inhalten da draußen aufschließen – außer, wenn ich mich wirklich danach fühle, dies zu tun.

Ich nehme diese Rückzugszeit, um mich selbst wieder zu zentrieren und zu balancieren und all die Veränderungen und Klärungen, die ich durchlaufe und durchlaufen habe, zu integrieren.  Und ich nehme diese Rückzugszeit, um mich wieder voll und ganz in die Verbindung mir Dir zu geben, wann immer wir uns verbinden.  Und ich nehme diese Rückzugszeit, um meine Arbeit und mein Leben mit all den Begegnungen auf dem Weg zu genießen.  Um dies zu tun, muss ich mich zuerst wieder selbst balancieren. 🙂

Hast Du Bedürfnisse, die Du schwierig findest, Dir zu erlauben, zu erfüllen?  Erlaubst Du Dir selbst ab und zu etwas Rückzug?

Bis bald!

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