Emsig wie eine Biene

 Was heißt das eigentlich?

Busy as a Bee-2 © Stefanie Neumann - All Rights Reserved.

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Wenn wir sagen, jemand sei emsig wie eine Biene, meinen wir oft, diese Person ist sehr fleißig und tut enorm viel.  Wir meinen, dieser Mensch sei die ganze Zeit am Arbeiten und Tun.

Ich bin ja sehr dafür, dass wir uns die Natur zum Beispiel nehmen.   Und diesen Sommer hatte ich Gelegenheit, die Bienen und Hummeln – welche ja auch zu den Bienen gehören – näher zu beobachten.

Vor dem Eingang zu unserem Wohnhaus wachsen zwei Blumenbüsche, welche die Hummeln sehr lieben.  Zudem gibt es ganz in der Nähe einen Park mit relativ viel Wald, wo einige solitäre Bienen gute Nistmöglichkeiten finden.  Dem Park angeschlossen sind  ein Schulgarten, sowie das Tutenberg Institut für Umweltgestaltung e.V.  Nicht nur, dass dieses Institut einen wundervollen Gemeinschaftsgarten in Permakultur mit Wildblumenwiese und Naschgarten ins Leben gerufen hat, man kann dort auch Imkern.  Somit haben wir auch einige Bienenstöcke von Honigbienen in der direkten Umgebung.

Arbeitsweise & Umgebung

Schauen wir uns doch zunächst einmal an, wie das emsige Arbeiten der Bienen so aussieht.

Wann immer ich an einem blühenden Busch oder an einer Blumenwiese vorbeigehe, die von Bienen und Hummeln nur so wimmeln, werde ich von einer tiefen Freude erfüllt.  Auch merke ich, dass die Präsenz dieser Tiere ganz friedlich ist.  Die Insekten fliegen von einer wunderschönen Blume zur nächsten.  Sie tauchen mitten in die Farbenpracht ein und lassen sich von süß duftendem Pollen bestäuben.

Die Frucht ihrer Arbeit, der Honig, hat eine wunderbar goldene Farbe und schmeckt süß nach Blumen.

Hmm… wenn sich emsiges Arbeiten so anfühlt, dann habe ich definitiv auch Lust dazu.

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Vielfalt &Miteinander

Da wir auch auf unserem Balkon einige Wildblumen für die Bienen und Hummeln ausgesät haben, bekommen wir auch manchmal Besuch von ihnen.  Dieses Frühjahr haben wir sogar royalen Besuch von einer Erdhummelkönigin gehabt und im Spätsommer hatte ich in der direkten Nachbarschaft eine aristokratische Begegnung mit einer Königin aus dem Stamm der veränderlichen Hummel.

Bienen und Hummeln sind sehr vielfältig.  Oft sehe ich Tiere verschiedener Arten in einem Busch – ja manchmal sogar auf einer Pflanze – ohne dass sie sich gegenseitig das Revier streitig machen.  Sie wissen, dass genug für alle da ist – obwohl die Bienen es derzeit laut Umweltschutzorganisationen ja gar nicht so leicht haben.  Dennoch scheinen sie – zumindest jene, denen ich in den letzten Jahren begegnet bin – eher noch friedlicher untereinander zu sein, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen.

Da können sich manche Banken und Unternehmen im Umgang mit der sogenannten Wirtschaftskrise meiner Ansicht nach ein Beispiel dran nehmen.

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Balance & Gewahrsamkeit

Besonders in diesem Jahr ist mir noch etwas aufgefallen.  Oft bekommen wir Besuch von Bienen auf dem Balkon, die gar keine Pollen sammeln, sondern sich einfach nur etwas ausruhen.  Meistens kommen die verschiedenen Besucher zu bestimmten Tageszeiten und suchen sich ein Plätzchen im Halbschatten, um etwas zu verweilen.  So sitzt morgens, bevor die Sonne herum kommt,  ab und zu eine rotschopfige Sandbiene bei uns auf der Balkonbrüstung und nachmittags kommt manchmal eine Honigbiene, um im Halbschatten der Holzverkleidung unseres Sichtschutzes ein wenig zu rasten.  Manchmal kommen auch Hummeln aus dem Stock der Hummelkönigin, die uns im Frühjahr besucht hatte, und ruhen sich etwas an der Hauswand aus.

Ich habe dieses Jahr ganz oft Hummeln angetroffen, die ganz still auf einer Pflanze saßen um einfach nur zu rasten.  Besonders dann, wenn die Sonneneinstrahlung sehr intensiv war, konnte ich dies an schattigen Plätzen beobachten.  So saß, zum Beispiel, im Frühjahr im Park eine kleine hellgelbe Erdhummel auf einer Rhododendronblüte, als ich auf Fototour war und im August sah ich zwei größere dunkle Erdhummeln auf den Stockrosen vor unserem Wohnhaus – eine ganz mit Pollen bestäubt.

Emsig wie eine Biene zu sein, bedeutet also offenbar nicht, die ganze Zeit durchgehend geschäftig zu sein, sondern auch zu Rasten, wenn man eine Pause braucht.

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Ich darf sagen, die Emsigkeit von Bienen gefällt mir immer mehr!

Nächstes Mal, wenn ich diesem Sprichwort „Emsig wie eine Biene“ begegne, erinnere ich mich daran, was ich dieses Jahr beobachtet habe und lasse mich für mein eigenes Leben gerne davon inspirieren.

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