Warum Alles zu Lieben Nicht Bedeutet, Alles Mögen zu Müssen

How to Love Everything Does Not Mean that We Have to Like Everything © Stefanie Neumann - All Rights Reserved.

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Ist Dir schon mal aufgefallen, dass es einen Unterschied gibt zwischen “mögen” und “lieben”?

Oft werden diese Begriffe verwendet, als wären sie dasselbe. Für mich hat es sich nie so angefühlt. Doch erst vor kurzem bemerkte ich, den eigentlichen Unterschied.

Der Unterschied zwischen Mögen und Lieben

Nehmen wir zum Beispiel eine Tasse Kaffee. Ich bevorzuge dunklen, langsam gerösteten, Fair Trade Bio-Arabica-Kaffee mit Aromen von Schokolade und Vanille. Einmal ging ich in eine schicke Kaffee-Bar und bestellte ein elegantes “Special”. Der Kaffee, welcher mir serviert wurde, war von großartiger Qualität. Er hatte ein apfelartiges Aroma – hell, mit einer weichen Säure. Sehr einzigartig. Ich mochte es überhaupt nicht und ließ meinen Mann das meiste davon trinken.

Lehne ich die Kaffeepflanze, welche diese besondere Kaffeebohne produziert hat ab? Oder die Menschen, die liebevoll den Kaffee geerntet haben? Oder die Menschen, welche die Röstung kreiert haben? Überhaupt nicht. Ich liebe die Pflanze dafür, dass sie diese Bohnen produziert hat. Ich habe größten Respekt für die Menschen, welche den Kaffee ernten. Und ich bewundere die Kaffeeröster für einen ausgefallenen, gut kreierten Kaffee.

Ich wage zu behaupten, wir haben hier eine ganze Menge Liebe. Ich möchte den Kaffee bloß nicht trinken.

Es gibt noch einen anderen Aspekt, der uns einen Hinweis gibt: Urteil.

Verurteile ich den Kaffee für dieses elegante Aroma? Oder die Leute, die ihn gemacht haben? Oder die Menschen, die ihn servierten? Überhaupt nicht. Es gibt kein Urteil. Es gibt höchstens Bewunderung für die Vielfalt der Aromen, die in einer Kaffeebohne zu finden sind.

Warum es wichtig ist, für meine Abneigungen einzustehen

Warum ist der Unterschied zwischen “mögen” und “lieben” wichtig?

Weil es bedeutet, dass es in Ordnung ist, etwas nicht zu mögen. Wir begegnen die ganze Zeit Dingen und Situationen, die wir nicht mögen. Und das ist ok. Es bedeutet nicht, dass es uns an Liebe fehlt für die Dinge, die wir nicht mögen.

Etwas nicht zu mögen zeigt uns lediglich, dass etwas nicht zu unserem Besten ist.”

-Stefanie Neumann

Lass uns noch ein wenig länger bei dem Beispiel mit dem Kaffee bleiben:

Ich mochte diesen hellen Kaffee mit der eleganten Säure nicht, weil mein Körper zu viel Säure nicht gut verträgt. Es ist nicht gut für mich. Der Geschmack von hellem Kaffee verursacht ein Warnsignal in meinem System, welches sagt: “Achtung: Zu viel Säure!” Es ist ok für mich, das nicht zu mögen. Es ist sogar gut für mich. Und es war auch gut für meinen Mann, weil er Säure viel besser verträgt und meine Tasse Kaffee sehr genossen hat.

Wie Abneigung als Wegweiser zurück auf meinen Pfad dienen kann

Es stimmt natürlich: Wenn wir Abneigung verspüren, gibt uns dies eine Chance, einen Blick auf unsere Urteile zu werfen und, falls da welche sind, mit ihnen aufzuräumen.

Wenn die Abneigung bestehen bleibt, mag dies ein Zeichen sein, dass wir nicht mehr ganz mit dem Pfad unseres Herzens im Einklang sind. Es sagt uns vielleicht: “Achtung: Das ist für Dein System nicht gut!” Oder “Achtung: Dies ist nicht zu deinem Besten!”

Und hey, ist das Beste eines jeden Individuums nicht auch Teil des Besten für alle?”

-Stefanie Neumann

Es ist ein wundervolles Geschenk, alles bedingungslos zu lieben. Und manchmal kann die Erlaubnis, etwas nicht zu mögen, uns dabei helfen.

Hast Du schon mal Situationen in Deinem Leben erfahren, wo für Deine Abneigungen einzustehen Dir geholfen hat, Dich wieder mehr mit der Liebe in Deinem Herzen zu verbinden? Magst Du diese Erkenntnis in den Kommentaren teilen?

Alles Liebe,
Steffi