Machtspiele beim Jobcenter. – Muss ich mir das gefallen lassen?

Machtspiele beim Jobcenter © Stefanie Neumann - All Rights Reserved; #KBFPhotography #KBFZusammenBesser #KokopelliBeeFree

Deutschland ist ein Sozialstaat.  Das bedeutet unter anderem, dass Menschen, die in finanziellen Schwierigkeiten sind, Hilfe vom Staat bekommen können.  Dies ist auch im Gesetz so verankert.

Was für ein wunderbares Konzept!  Oft funktioniert dies nur leider besser in der Theorie als in der Praxis.  Berge von behördlichem Papierkram für Kunden und Mitarbeiter komplizieren und verlangsamen viele Vorgänge unnötig.  Unklarheit in der Vorgehensweise überfordert Hilfebedürftige, Angestellte und Beamte gleichermaßen.  Und obwohl man bei den Behörden auch sehr nette und engagierte Menschen hinter den Schreibtischen antreffen kann, gibt es auch jene, die glauben, sich über das Gesetz stellen zu können und hilfebedürftigen Menschen jegliche Würde absprechen.

Auch mein Mann und ich sollten eigentlich Unterstützung vom Jobcenter bekommen und haben gerade eine Behandlung über uns ergehen lassen müssen, die jeglicher Würde entbehrt.  Vorgänge werden verzögert, man versucht, Fehler auf Seiten des Jobcenters zu vertuschen, schriftliche Nachfragen werden ignoriert während telefonische Klärungsversuche auf menschenverachtende Weise abgefertigt werden – und letztendlich enthält man uns so die uns zustehenden Leistungen vor.

In so einer Situation geschieht es leicht, dass man sich verzweifelt fühlt.  Es wird einem suggeriert, man sei unwürdig, habe ohnehin kein Recht auf Hilfe und könne froh sein, wenn sich überhaupt jemand um einen kümmert.  Inzwischen ist der Dispositionskredit von der Bank ausgereizt und obendrein mahnt der Vermieter die fällige Miete an.

Allen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, möchte ich sagen:

Ihr seid es wert.  Ihr habt Rechte.  Die Würde des Menschen ist in Deutschland per Gesetz unantastbar und ein gewisses Maß an Hilfe steht jedem zu.

Die hilfebedürftigen Menschen, welche unter die Obhut, zum Beispiel, des Jobcenters fallen, werden nicht umsonst Kunden genannt.  Kunden, nicht Bittsteller.  Und Kunden darf man mit Respekt behandeln.

Wer hingegen einen menschenverachtenden Umgang beim Jobcenter oder auch bei anderen Behörden erfährt, hat das Recht, sich zu wehren.  Zum Beispiel kann man eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen jene Sachbearbeiter einreichen, welche einem eine derartige Behandlung zu Teil werden lassen.

Es gibt verschiedene Stellen, die einem bei Problemen mit den Behörden Hilfestellung geben.  Zwei von jenen, die bei Hartz IV-Fragen weiterhelfen möchte ich heute hier teilen, da ich persönlich bei beiden schon guten Rat erhalten habe:

Arbeitslosen-Telefonhilfe

Die Arbeitslosen-Telefonhilfe bietet Hamburgerinnen und Hamburgern telefonische und persönliche Beratung in Fragen zum Arbeitslosengeld II.

Neben vielen Informationen zu weiteren hilfreichen Projekten findet sich auf der oben verlinkten Homepage auch eine Linkliste mit Stellen, welche in anderen deutschen Bundesländern eine ähnliche Form der Beratung bieten.

Hartz 4 hilft Hartz 4

Hartz 4 hilft Hartz 4 ist eine Seite, die nur so vor Information strotzt.  Ich habe selbst bisher nur einen kleinen Teil davon angeschaut, den ich jedoch sehr inspirierend fand.  Es finden sich viele Informationen zu den Vorgängen bezüglich des Arbeitslosengeld II, dazu, wie man sich im Falle von Problemen wehren kann, eine Liste mit Fachanwälten in den verschiedenen deutschen Bundesländern sowie ein ganzer Haufen weiterer interessanter Auskünfte.

Bitte beachtet, dass die jeweiligen Betreiber der hier verlinkten Webseiten selbst für deren Inhalte verantwortlich sind und dass ich die Information hier zur eigenverantwortlichen Nutzung interessierter Personen teile.

Ich finde es wichtig, sich über solche Dinge auszutauschen und hilfreiche Informationen leicht zugänglich zu machen.  Deshalb dieser Beitrag.

Wie sind Deine Erfahrungen mit den deutschen Behörden?  Hast Du schon einmal Hilfe zum Lebensunterhalt beantragt?  Wie war das für Dich?  Hast Du Tipps und Tricks dazu, wie man am besten bei Schwierigkeiten mit den Behörden vorgeht?  Hast Du schon einmal eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht?

Bist Du bereit, heute ein helles Licht der Gewahrsamkeit auf den Pfad des Seins zu leuchten?

Alles Liebe,
Steffi

Dieser Blogbeitrag ist Teil der Aktion #KBFZusammenBesser.

 

Merken