Was ist eigentlich Erleuchtung?

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Hamburg, am 22. August 2010

Passend zum Mond der kraftvollen Sonne, den wir gerade durchtanzt haben, hatte ich kürzlich ein Gespräch zum Thema Erleuchtung. Auch passend zu der ungewöhnlich starken Sonnenkraft, die uns in den letzten beiden Monaten begleitete.

Was ist das eigentlich: Erleuchtung?

Ein glückseliger Zustand heiterer Gelassenheit, dachte ich früher einmal. – Und tatsächlich kann Erleuchtung sich wohl so anfühlen.

Wenn man erleuchtet ist, dann hat man keine Probleme mehr, dachte ich einmal. – Der ironische Aspekt in uns mag dazu fragen: Wie, Du meinst, wenn Du erleuchtet bist, dann bist Du tot? … Andererseits, wer sagt denn, dass man nach dem Tod keine Probleme mit dem Leben hat?!?

Ist Erleuchtung ein permanenter Zustand? Oder ist es vielleicht eher eine Bewegung, etwas, das immer wieder kommt, das sich entwickelt und ausdehnt?

Was ist, wenn Erleuchtung lediglich ein Tor ist, in ein neues Verständnis?

Licht = Bewusstheit. Also bedeutet Erleuchtung, eine neue Ebene der Bewusstheit zu erlangen.

Lösen sich deshalb gleich alle Probleme auf? Oder kommt es uns nur am Anfang, wenn wir diese neue Ebene erlangen, so vor? Etwa, wie wenn man eine neue Stadt oder ein neues Land kennen und lieben lernt?

Erleuchtung bringt Licht. Sie erleuchtet die dunklen Räume unseres Seins, die versteckten Aspekte. Sie lässt und erkennen – macht uns bewusst – was wir bisher nicht gesehen haben.

Wer Glück hat, sieht das, was da zum Vorschein kommt, auf Anhieb gerne. Doch oft ist es doch so, dass ich eher das im Dunkeln verberge, was ich nicht sehen will, was mir Angst oder Schmerzen bereitet. Also kann Erleuchtung sich auch unangenehm anfühlen?

In jedem Falle bringt Erleuchtung die Chance zum Wandel mit sich. Licht lässt erkennen. Erkenntnis bringt Bewusstheit und Verstehen und birgt alleine dadurch schon die Möglichkeit, etwas zu verändern, wenn man es wählt. Sie wirft Licht auf ungefühlten Schmerz und verdrängte Gefühle. Ich kann sie mir anschauen und wählen, sie jetzt zu fühlen, in einer Dosis, die ich aushalten kann. Auch das bringt Wandel. Dadurch, dass ich den Schmerz fühle, transformiert er sich. Dadurch, dass ich meine Schwächen anerkenne, verwandeln sie sich in Stärke.

Also fühlt sich der Erleuchtete gar nicht unweigerlich heiter und gelassen im Moment der Erleuchtung, sondern nur manchmal? Ist es vielleicht eine Frage des Vertrauens? Wenn ich darauf vertraue, dass alles gut ist, wie es ist, wenn ich ohne Angst durch die Gefühle gehe, dann ist es leicht. Leicht heißt auch licht. Es fühlt sich licht an. Es ist Licht. Erleuchtet?

Vielleicht ist der Schmerz und all das, was sich zunächst im Dunkeln verbirgt, ja auch wie ein Same, der zunächst in der Dunkelheit schläft, bis die Sonne ihn wachsen und zu einer starken Pflanze gedeihen lässt. Von Pflanzen sagt man, sie seien in einem permanenten Zustand der Glückseligkeit. Also kann Erleuchtung zumindest dorthin führen?

Licht = Bewusstheit.

Erleuchtung = Eintritt in Bewusstheit?

Wenn wir als Menschheit jetzt an der Schwelle zu einem Neuen Bewusstsein, einer Neuen Bewusstheit stehen, dann betreffen diese Fragen uns alle.

Viele Fragen. Auch ein Lehrer darf Fragen stellen. Auch eine Autorin darf mal ohne Antworten schreiben.

Morgen beginnt der Mond der reifenden Beeren. Vielleicht ist es ja auch der Mond der reifenden Antworten.

Bist Du bereit, heute ein helles Licht der Gewahrsamkeit auf den Pfad des Seins zu leuchten?

Alles Liebe,
Steffi

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