Leben im Jahreskreis: Juli

Leben Im Jahreskreis © Stefanie Neumann - Kokopelli Bee Free - All Rights Reserved.

This post is also available in English language.

Obwohl nach dem gregorianischen Kalender der Juli den Hochsommer einleitet, ist es für mich bereits eine Zeit des Übergangs. Zwar beginnen die Tage ganz langsam, kürzer zu werden, doch sind es noch lange Sommertage mit kurzen Nächten. Allerdings sind auch die ersten Anzeichen des kommenden Herbstes bereits wahrzunehmen.

Die ersten gelben Blätter fallen tanzend von den Pappeln, sich schnell drehend, wie Ballerinen. Die ersten Morgennebel ziehen in der Frühe über die Felder. Die Krähen versammeln sich auf den freien Flächen in der Feldmark und in den Bäumen der Stadt, um ihre ersten herbstlichen Lieder erklingen zu lassen.  Während ich diese Zeilen schreibe weht eine recht steife, kühle Brise um das Haus und trägt einen herbstlich anmutenden Duft heran. Schließlich beginnt nach dem keltischen Kalender ja auch mit Lughnasadh am 1. August der Herbst.

Mit dem Jahreskreis zu leben bedeutet auch, dass es jetzt im Juli viel zu tun gibt. Die Früchte- und Gemüseernte beginnt. Zwar haben wir keinen eigenen Garten, doch mögen wir gerne saisonal einkaufen – vorzugsweise beim Bauern unseres Vertrauens.

Bei so viel Fülle, gesund und zum guten Preis, findet man sich von Zeit zu Zeit plötzlich den ganzen Tag in der Küche stehend. Der Lohn: Diverse hausgemachte, gesunde Köstlichkeiten, von denen ein Teil die winterliche Feiertagsküche bereichern wird. Was für Köstlichkeiten? – Zum Beispiel: Eingelegte Leckereien, wie Gewürzfrüchte nach Südstaaten-Art, Wassermelonen-Rinde nach nordamerikanischer Art und Senfgurken; fermentierte Köstlichkeiten wie saure Gurken, grüne Bohnen, bunte Möhren, kleine Gewürzzwiebelchen und rote Bete; sowie eingefrorene Beeren und Fruchtgrützen. Und aus den “Gemüseabfällen” wird Suppenfond gekocht und eingefroren.

Zu all den mehr oder weniger geplanten Vor- & Zubereitungen kommen auch immer wieder spontane Aktionen. Und zwischendurch muss man ja auch mal etwas essen oder etwas einkaufen. Zumal wir, zum Beispiel, unser Brot selbst backen und auch sonst das meiste Essen selbst herstellen, anstatt fertige Produkte zu kaufen; sprich: Wenn bei uns eine Tiefkühlpizza auf den Tisch kommt, dann haben wir diese vorher einmal selbst gemacht und eingefroren… Da können aus einem Tag in der Küche auch leicht mal vier oder fünf Tage werden…

Zum Beispiel, sind wir neulich einkaufen gegangen und haben uns auf Grund des guten Wetters entschieden, zum Geschäft hinzulaufen, statt mit dem Bus zu fahren. Wir hatten eine gute nordische Brise, die von den Bäumen am Wegrand viele Walnüsse und Eichenzweige herunter geweht hatte. Für solche Fälle haben wir immer eine kleine Tüte dabei. So brachten wir ein paar frische Eichenblätter und etwa ein Kilogramm grüne Walnüsse nach Hause. Die müssen ja nun auch gesäubert und verarbeitet werden!

Die Eichenblätter verwende ich gerne statt Lorbeer für die Lakto-Fermentation von Gemüse. Natürlich kann man die Blätter nicht mitessen aber sie helfen, das Gemüse knackig zu erhalten und geben ein schönes, erdiges und urtümliches Aroma ab.

Die Walnüsse waren innen noch grün und weich. Ich hatte keine Ahnung, was man damit anfangen soll, doch offenbar kann man daraus eine echte Delikatesse herstellen: Schwarze Nüsse! Nun gibt es viele verschiedene Rezepte für schwarze Nüsse, manche süß, manche süß-sauer und die meisten verlangen zur Vorbereitung, dass man die Nüsse vorab 14 Tage wässert. Ganz schön viel Aufwand für eine spontane Aktion… Nach eingehender Prüfung hatten wir am Ende etwa 600 Gram grüne Walnüsse, die wir einlegen konnten. Ich habe mich fürs Erste für eine etwas schnellere, süß-saure Variante entschieden und die verarbeiteten Nüsse ziehen nun in fest verschlossenen Gläsern durch – mindestens bis Weihnachten.

Hier ist das Rezept:

https://www.kochbar.de/rezept/386773/Gruene-Walnuesse-suess-sauer.html

Was meinst Du, ist das ein gutes Rezept?

Die schwarzen Nüsse werden übrigens auch Johanninüsse genannt, da sie normalerweise bis zum Johannistag am 24. Juni – oder auch an selbigem Datum – geerntet werden.

Wie verbringst Du den Juli? Was sind Deine saisonalen Lieblingsspeisen?

Bist Du bereit, heute ein helles Licht der Gewahrsamkeit auf den Pfad des Seins zu leuchten?

Alles Liebe,
Steffi

Advertisements