Mein Achtes Blog-Jubiläum

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Ja ist es denn zu glauben?

Heute vor acht Jahren habe ich mit dem Bloggen angefangen.

Zu dem Zeitpunkt hielten wir uns in Irland auf, wo mein jetzt Ehemann und ich quasi für drei Monate gestrandet waren. Gerade waren wir mitten im Packen, da unser Irlandaufenthalt nun zu einem Ende kam. Einen halben Hausstand packten wir zusammen, um zunächst für den kommenden Monat durch das Vereinigte Königreich zu reisen und dann wieder nach Hause, nach Deutschland in unsere Heimatstadt Hamburg zurück zu kehren. Und mitten drin habe ich angefangen zu bloggen.

Kein Aprilscherz.

Ja, so kann es manchmal gehen.

Oft schaue ich zurück auf mein Leben und staune, wie es manchmal Phasen gibt, in denen so viel auf einmal geschah und denke: Wow, das war auch in der Zeit?

Andererseits ist dies wohl die Essenz von bewegten Zeiten, dass eben viel passiert.

Die meiste Zeit ist es mir während solcher Phasen so ergangen, dass ich zumindest im Rückblick viel Gutes erkennen konnte. Manchmal war es gleich offensichtlich, so wie bei der Zeit in Irland und Großbritannien. Manchmal konnte ich das große Geschenk erst im Rückblick erkennen. Doch immer wusste ich tief in mir, auch in den dunkelsten Zeiten, dass es irgendwie weiter geht.

In den letzten Jahren war das anders. Man könnte sagen, dass meine persönliche Apokalypse über mich hinein gebrochen ist und der Schrecken einfach nicht endet.

Nun ist eine Apokalypse an sich ja nicht unbedingt etwas Schlimmes. Sie offenbart die Wahrheit, das, was wirklich da ist, was Echt ist. Dies kann natürlich enttäuschend sein, wenn man sich im Zuge dessen von liebgewonnenen Illusionen verabschiedet. Andererseits gibt einem die Wahrheit echten, soliden Boden unter den Füßen, der einem dann auch nicht mehr weg bricht.

Außer, es gibt Elemente um einen herum, die einem tatsächlich schaden wollen und man findet sich in einer Situation, in der man sich eben nicht einfach umdrehen und weggehen kann.

Tja. Ich nehme an, dies gibt einem die Chance, die ganzen hoch-geistigen Konzepte von Weisheit in gelebte Weisheit, also in Realität umzusetzen.

Liebe alle Menschen, habe ein offenes Herz und vertraue, dass Du geschützt bist und alles gut ist.

Klingt schön, oder? (Ist es auch.)

Doch wie sieht das in der Praxis aus, wenn, zum Beispiel, plötzlich einer mit der Spitzhacke vor Deiner Tür steht und droht, Dir die Fresse zu polieren?

Wie sieht das in der Praxis aus, wenn man, zum Beispiel,  ständig mentaler Gewalt ausgesetzt ist und quasi unter Dauerbeschuss steht?

Wie sieht das in der Praxis aus, wenn plötzlich alles weg bricht und man niemanden hat, an den man sich wenden kann und alle Leute, von denen man dachte, dass man ihnen etwas bedeutet (und die einem selbst etwas bedeuten) sich aus Angst vor der Hilflosigkeit abwenden oder gar anfangen, selbst mit Scheiße nach einem zu schmeißen, wenn Beobachter und Leute in Verantwortungs- und Helferpositionen auf einmal zu Yoga-Experten werden und den Kopf in den Arsch stecken?

Diese Frage kann sicher nur jeder für sich selbst beantworten und ich bin nicht sicher, ob ich in meinem persönlichen Fall bereits eine Antwort gefunden habe.

Ich glaube, eine der wichtigsten Erkenntnisse ist vielleicht, dass ich wirklich und wahrhaftig Liebe bin.

Finde ich, dass einige von den Menschen, die mir in letzter Zeit Schaden zugefügt haben, verdienen, eine ordentliche Dosis ihrer eigenen Medizin zu schlucken? – Ja, natürlich. Vielleicht wäre es sogar heilsam.

Wünsche ich ihnen (und mir) das? – Nein. Ich kann niemandem  ernsthaft wünschen, dass es ihr oder ihm so verdammt schlecht geht – und ich kann mir nicht wünschen, dass so etwas auf meinen Wunsch hin passiert.

Warum? – Weil ich dafür so sehr hassen müsste, dass es die Liebe in mir zerstört – oder besser gesagt, meinen Zugang dazu. Und diese Liebe ist die Grundlage für alle Liebe, die wir teilen. Meine Liebe für mich und für andere, aber auch die Liebe von anderen.  Liebe zu teilen, liebe zu leben.

So ist es wohl mit allen Dingen.

Nun, da ich dies schreibe, befinden wir uns mitten in einer globalen Apokalypse.

Vielleicht helfen unsere Erkenntnisse aus unseren persönlichen Apokalypsen – und ich weiß, dass viele unter uns sie in letzter Zeit erlebten – vielleicht helfen uns diese Erkenntnisse ja, die globale Apokalypse zu überstehen, all das Schreckliche zu mildern und mit mehr Liebe in die Zukunft zu blicken.

Abwenden können wir es nicht mehr. Aber wir können unser Bestes tun, unser Bestes sein.

Man sagt ja oft, in solchen Zeiten kämen sowohl die schrecklichsten als auch die besten Seiten in den Menschen zum Vorschein. Welche Seite das sein soll, liegt in der Hand von jeder und jedem einzelnen von uns. Das ist eine Wahl, die wir haben. Wir können es ein geistiges Konzept sein lassen, oder wir können es zu gelebter Wahrheit werden lassen.

Bist Du bereit, heute ein helles Licht der Gewahrsamkeit auf den Pfad des Seins zu leuchten?

Alles Liebe,
Steffi