Ostern 2020

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…und auf einmal stand der Osterhase vor der Tür!

Dieses Mal fühlt es sich so ganz anders an, den Osterbeitrag zu schreiben, als in den vergangenen Jahren.

Oft schrieb ich darüber, dass Ostern eine Zeit der Hoffnung und der Neuanfänge ist. Dies gilt sowohl für den keltischen Feiertag Ostara zur Frühjahrs-Tag-und-Nachtgleiche, als auch für das christliche Osterfest, welches heute vielerorts begangen wird.

Wie mit so vielem, kam ich mir manches Mal vor, wie eine Schallplatte mit Sprung. Immer und immer wieder wiederholte gewisse Dinge. Immer und immer weniger bewegte sich.

In den letzten Jahren ist bei mir vieles zum Stillstand gekommen. Das ist so überhaupt nicht meine Art und ich empfand es als äußerst beängstigend, bis hin, dass ich meinen Lebensmut und mein Vertrauen, ja meinen Glauben daran verlor, dass es immer einen Weg gibt. Meine Gesundheit – auch meine körperliche Gesundheit – begann zu leiden und auch dies nahm beängstigende Formen an. Ich fühlte mich so isoliert, dass ich dachte, Gott hätte mich vergessen; oder er hätte zumindest nicht bemerkt, dass ich verloren gegangen war; oder es wäre ihm schlicht egal. Vielleicht war es so. Wer weiß das schon?

Tatsache ist aber, dass es mir nicht egal ist. Wenn meine Zeit einmal gekommen ist, das irdische Leben abzulegen, dann werde ich bereit sein. Selbst, wenn es früher geschehen sollte, als ich erwartet hätte. Ich werde es wissen und es wird in Ordnung sein. Jetzt ist das nicht so. Es ist nicht in Ordnung. Abgesehen davon, dass ich gerne auf der Erde lebe und es verdammt noch mal verdient habe, eine ordentliche Portion Frieden und Glück zu erfahren, habe ich auch noch etwas hier zu tun. Und damit würde ich jetzt gerne weiter machen. Tatsächlich bestehe ich darauf. Und man stelle sich mir besser nicht in den Weg.

Diese Erkenntnis hat mir geholfen. Meine Probleme haben sich deshalb nicht in Luft aufgelöst – jedenfalls bis jetzt nicht. Einige konnte ich einfach selbst anpacken, weil ich neue Kraft geschöpft habe. Für andere brauche ich das eine oder andere Wunder. Und auch darauf bestehe ich. Wenn das bedeutet, dass ich dem Universum dafür in den Asch treten muss, damit es mal zu Potte kommt, dann kaufe ich mir eben sehr große Schuhe. Mit Stahlspitzen, wenn es sein muss.

Das würde ich im recht praktischen Sinne einen Neuanfang nennen. Nicht mit der Art von Hoffnung, die einem vor der Nase hängt und, wie bei dem Esel und der Karotte, unerreichbar bleibt. Vielmehr die Art von Hoffnung, welche daher rührt, dass man tief im Innern weiß, dass etwas möglich ist und weil man sich diese Möglichkeit aus vollem Herzen erlaubt.

Übrigens sehe ich da gewisse Parallelen zur derzeitigen globalen Lage. Die Isolation, mit der viele jetzt konfrontiert sind, die Ängste und die Dunkelheit, durch welche viele jetzt hindurchgehen. Und das Erwachen in die eigene Kraft, welches viele jetzt erleben, während andere sich lieber in Bosheit ergehen, weil sie diese mit einem Gefühl der Macht verwechseln.

Bei allem Verständnis und Mitgefühl… für Letzteres gibt es in meinem Leben keinen Platz mehr. Mitten in der Apokalypse finde ich nicht, dass wir uns so ein Verhalten leisten können. Das macht es nur schlimmer und schlimm hatte ich persönlich jetzt genug. Dass man mal einen schlechten Tag haben kann, ist das eine – und dass dies in solchen Tagen vielleicht öfter passiert als sonst. Doch wer glaubt, dies sei ein Freibrief dafür, zu einem arroganten Ar…mleuchter zu mutieren, der oder die bekommt von mir jetzt eine Grenze gesetzt. In den letzten Jahren hatte ich Gelegenheit, diese Art von Energie genau unter die Lupe zu nehmen. Das bedeutet, ich habe das Werkzeug, sie zu erkennen, und auch wenn mir der Arsch manchmal auf Grundeis geht, werde ich dieses Werkzeug benutzen und Menschen mit so einem Verhalten radikal aus meinem Umfeld auszusortieren. Das tue ich bereits. Es ist jedes Mal traurig und befreiend zugleich. Ich mag in so einer Krise niemanden zurücklassen. Doch manchmal muss man eben erst auf dem Boden aufschlagen, bevor man aufstehen kann. Im freien Fall lässt sich das ja auch schwer bewerkstelligen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und auch, wo es hinführt, wenn man schlimmes Verhalten ständig entschuldigt. Das führt direkt in die Hölle auf Erden. Und da möchte ich nicht hin.

Stattdessen nutze ich meine Energie lieber, mich noch mehr jenen zuzuwenden, die gerade trotz Ängsten und Unsicherheiten ihr Herz öffnen, ihr Licht scheinen, die Hände ausstrecken und sagen:

Lass uns da zusammen durchgehen.

Und dann lass uns das mitnehmen in die Zeit, wenn alles überstanden ist.”

Davon sehe ich übrigens gerade unglaublich viele Menschen. Und auch das gibt mir Hoffnung.

Ich finde es traurig und erschreckend, dass es erst so eine Krise braucht, um ein bitter nötiges globales Umdenken zumindest mal gesellschaftsfähig zu machen.

Doch macht es mir Mut, zu sehen, wie viele Menschen jetzt auch einfach bereit sind, mitzuhelfen, den entstandenen Schaden zu begrenzen, und gemeinsam Wege in ein freundlicheres, gesünderes Miteinander zu – nein, nicht zu finden – zu erschaffen.

Wahrscheinlich hat die Isolation vor der Isolation einfach dazu geführt, dass wir einander nicht sehen konnten.

Jetzt können wir es. Ein Neuanfang, der Hoffnung schenkt.

In diesem Sinne:

Habe ein schönes Osterfest!

Oder, falls Du Ostern nicht feierst, habe einfach eine schöne Zeit. So schön wie es irgend geht.

Das darf man auch in apokalyptischen Zeiten. Es ist sogar wichtig, denn jedes Licht, das erstrahlt, macht die Dunkelheit für uns alle erträglicher, bis sie sich aufgelöst hat.

Und wenn es Dir gerade zu schlecht geht, um eine schöne Zeit zu haben, dann sei bitte besonders sanft  zu Dir selbst und wisse, dass es andere Menschen gibt, denen Du etwas bedeutet, die an Dich denken und Dich lieben. Mir, zum Beispiel, bedeutest Du etwas, ich denke an Dich und ich liebe Dich – ja genau Dich.

Wie geht es Dir? Was hilft Dir, durch diese Zeit zu gehen?

Bist Du bereit, heute ein helles Licht der Gewahrsamkeit auf den Pfad des Seins zu leuchten?

Alles Liebe und bitte pass gut auf Dich auf,
Steffi