Lughnasadh 2020 – Und Wieder Einmal Beginnt Der Keltische Herbst…

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Obgleich wir aus unserer gewohnten Erfahrung von Zeit und Raum herauskatapultiert wurden, dreht sich der Jahreskreis auch in diesem Jahr weiter. Mit dem Erntefest Lughnasadh, das auch als Lammas bekannt ist und oft am 1. und 2. August gefeiert wird, beginnt einmal mehr der Keltische Herbst.

Traditionell wurde um diese Zeit die Getreideernte gefeiert und Brot war ein integraler Bestandteil der jährlichen Festivitäten.

Ob Du es glaubst oder nicht, der Teil mit dem Brot war mir bis vor kurzem nicht bewusst. Ungeachtet meiner Unkenntnis entwickelte ich zu dieser Jahreszeit schon immer ein Verlangen nach Brot – welches vor ein paar Tagen wieder begann. Ich könnte den ganzen Tag lang Brot essen – zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen, zum Nachtmahl… und zwischendurch. Darüber hatte ich mir schon Gedanken gemacht. Als ich vor ein paar Tagen einige Ideen für besondere Mahlzeiten zu Lughnasadh recherchierte, wurde mir bewusst, dass dies voll und ganz im Einklang mit den Jahreszeiten steht!

Ich glaube, unser System weiß diese Dinge. Wir brauchen uns nur zu erlauben, zuzuhören.

Apropos Erntezeit… Ich wollte einige Eindrücke von unseren Aktivitäten im Juli teilen. Einige davon teilte ich bereits zuvor. Wie so viele andere Dinge ist es ein bisschen anders als in den vergangenen Jahren… Aber in gewisser Weise ist das das Leben, oder? Ständig im Wandel…

Wir begannen den Monat mit unserem hausgemachten, veganen Mahl am 4. Juli – die Burger wurden aus Reiswaffeln zubereitet, die Brötchen nach einem English-Muffin-Rezept, statt Speck haben wir marinierte Rote-Beete verwendet, die Hot Dogs wurden aus lakto-fermentierten Karotten hergestellt, die Burger-Sauce wurde aus hausgemachtem Soja-Joghurt mit Kräutern gemacht und als Beilage gab es einen sommerlichen Kartoffelsalat. Aus Sanddorn-Saft, einer norddeutschen Spezialität, machten wir unsere lakto-fermentierte Limonade…

Eines Tages hatten wir sehr viel gekochte Hirse übrig, also beschlossen wir, Hirseknödel zu machen und sie mit Nudeln zu essen…

An einem Wochenende machten wir Zimt-Rosinen-Brötchen für unsere Teezeit. Auf Plattdeutsch nennen wir sie Kaneel-Krinthrullen…

Wir haben auch noch mehr Senfgurken aus Wassermelonenrinde für den Winter hergestellt…

An einem anderen Wochenende machten wir Scones…

Als eines von vielen saisonalen Gerichten genossen wir einen sehr schmackhaften Paprikaeintopf…

An wiederum einem anderen Wochenende haben wir Zuckerkuchen gebacken, eine weitere norddeutsche Spezialität…

Wir haben auch einige Gewürzpfirsiche in Sirup für die Feiertage eingelegt. Das Originalrezept, eines aus dem Süden der USA, sieht Essig vor, um einen süß-säuerlichen Geschmack zu erzielen. Wir haben dieses Jahr etwas anderes ausprobiert und sie süß zubereitet…

Es ist nie zu früh für ein Tablett mit gebackenem Wurzelgemüse oder für Himmel un’ Eerd (Himmel und Erde), ein norddeutsches Gericht, das oft mit etwas Geräuchertem genossen wird. Hier gab es dazu vegane Landjägerwurst aus Seitan und als saisonale Besonderheit auch noch grüne Bohnen als Beilage…

Wir haben auch unsere erste Charge Essig in diesem Jahr abgefüllt. Wir haben mehrere Chargen in Arbeit, und werden noch ein paar weitere ansetzen. Es wäre so eine Verschwendung, all diese leckeren Obstreste wegzuwerfen, ohne sie vorher zu verwerten!

Wir bauen zwar kein eigenes Getreide an, aber ein bisschen Ernte war gestern auf dem Balkon und den Fensterbänken zu erledigen. Wir haben ein paar Kräuter, die rechtzeitig vor dem Winter zurückgeschnitten werden möchten, und auch eine Minipartie Lein.

Am 15. August wird von vielen Mariä Himmelfahrt gefeiert, und dies ist auch die Zeit, in der traditionell die Kräuterbuschen – die Kräuterbündel gesegnet und zum vollständigen Trocknen aufgehängt werden.

Mit ein bisschen Glück werden unsere Tomaten, die wir dieses Jahr sehr spät gepflanzt haben, noch blühen und uns ein paar Früchte bringen, bevor es wieder zu kalt wird. Eine hat tatsächlich seit gestern erste Blüten. Und vielleicht werden wir sogar ein paar Kartoffeln bekommen, da wir im Topf des letzten Jahres einen unerwarteten Austrieb hatten. Wir müssen wohl letztes Jahr eine da drinnen vergessen haben…

Zu guter Letzt habe ich noch ein bisschen Slow-TV für Dich – ASMR-Erfahrung nicht ausgeschlossen; eine Küchenmeditation….

Für mich bringt uns dieses Jahr dahin zurück, die scheinbar kleinen Dinge zu schätzen. Tatsächlich ist es gerade das, was wahre Fülle ausmacht. Wusstest Du das?

Was bringt Dir die diesjährige Erntezeit?

Bist Du bereit, heute ein helles Licht der Gewahrsamkeit auf den Pfad des Seins zu leuchten?

Alles Liebe,
Steffi

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