Sich hindurchfühlen anstatt sich hindurch zu ängstigen

– Oder: Das Wichtigste Zuerst

Feel Through It Instead Of Fear Through It © Stefanie Neumann - All Rights Reserved.

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Lange nicht gesehen…

…aufgrund einer Pause, die keinen Raum für Ankündigungen erlaubte.  Dieser Beitrag kam ziemlich spontan zu mir und zu einem früheren Zeitpunkt, als ich wieder zu schreiben geplant hatte. Es war eine interessante Zeit – um nicht zu sagen eine wilde Zeit.  Es ist super viel passiert.  Zuerst war es die Art von Geschehnissen, die nicht in Worte gefasst werden kann.  Viel ist passiert, doch ich konnte es nicht wirklich benennen.  Und ein Gefühl des Feststeckens schien damit einherzugehen.

Dann, seit letztem Monat, geriet alles recht schnell in Bewegung.

Zuerst wurde ein Langzeit-Nachbar und Freund von mir aufgrund einer unheilbaren Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert und ich erfuhr später, dass er nicht mehr zurückkommt.  Tatsächlich weiß ich nicht einmal, ob er momentan im Hospiz weilt oder bereits von uns gegangen ist.  Eine Situation, die neben der Trauer darüber, einen geliebten Menschen gehen zu sehen, mich vor so manche Wahl stellte, darüber, wie ich mit Unsicherheit und mangelnder Klarheit umgehe und darüber, wer ich sein will.

Als Nächstes, oder vielmehr gleichzeitig, haben mein Ehemann und ich schließlich das Ende unserer finanziellen Ressourcen erreicht und werden nächste Woche zum Amt gehen – außer es geschieht ein Wunder.  Da ich mich vor einigen Jahren, als ich noch allein lebte, in einer ähnlichen Situation befand, empfinde ich dies als sehr große Herausforderung.  Das kommt nicht etwa daher, dass ich mich schäme, um Hilfe zu bitten.  Es kommt daher, dass ich im Umgang mit den Ämtern nicht die besten Erfahrungen gemacht habe.  Genaugenommen war es überhaupt kein guter Platz für jemanden, der so gestrickt ist wie ich (hochsensibel, hochempathisch und absolut inkompatibel mit dem alten System…).

Überdies explodierte eine riesige Angstwelle in meinem Solarplexus, sobald Kim und ich entschieden hatten, den Staat um Hilfe zu bitten, welche definitiv nicht meine eigene war.  Woher ich das weiß?  Weil sie viel zu groß für nur eine einzige Person war.  Drei Tage in Folge erfuhr ich Angstwellen, die in meinen unteren Chakren explodierten – hauptsächlich dem Solarplexus – und Übelkeit sowie Durchfall verursachten.

Dies ließ nur nach, um Unterleibsschmerzen Platz zu machen als am Wochenende mein monatlicher Zyklus einsetzte – früher als ich es erwartet hatte.  Und man, das waren SCHMERZEN.  Es gipfelte in solch einer Intensität, dass ich für einen Moment nicht sicher war, ob ich mich erst übergeben und dann sterben würde oder andersherum.  Zum Glück brach ich stattdessen in Tränen aus.

Jetzt, da die Unterleibsschmerzen vorüber sind, bewegen sich die Angstwellen wieder durch meinen Solarplexus.  Obwohl ich mir gewahr bin, dass es nicht meine eigene Angst ist, zeigt es sich manchmal immer noch als alles verzehrende Erfahrung.  Es braucht eine Menge Konzentration sich daran zu erinnern, dass dies nichts mit meiner eigenen Situation zu tun hat – welche, wie Du vielleicht bemerkt hast, in sich selbst im Moment nicht gerade un-beängstigend ist.  Dennoch weiß ich tief im Innern dass für mich alles gut ist.  Ich weiß, dass ich mir einen liebevollen und glücklichen Pfad erschaffen habe, selbst wenn dieser manchmal zunächst beängstigend erscheint.

Orientierung Finden

Wenn so viele Dinge zusammen kommen, kann es schwierig erscheinen, herauszufinden, wo man beginnen oder welchen Weg man beschreiten soll.

Eine Taktik die sich als hilfreich für mich erwiesen hat, ist mit dem Wichtigsten zuerst anzufangen.”

-Stefanie Neumann

Was heißt das?

Für mich bedeutet es, dass es herauszufinden gilt, was für mich das Wichtigste ist.  Anstatt auf das zu reagieren, was (scheinbar) den meisten Druck von außen auf mich ausübt, nehme ich mir die Freiheit, die Aufgabe auszuwählen, welche den meisten Druck von innen her auf mich ausübt – und daraufhin entsprechend zu agieren.

Im Falle der von mir zuvor beschriebenen Situation bedeutet dies, zuerst jenen Angstwellen Raum zu geben.  Davon gibt es in der Welt momentan viel und offensichtlich kann die Welt – unsere Mutter Erde – hier Hilfe gebrauchen.  Nationen erfahren finanzielle Desaster, Staaten liegen im Krieg und Ströme von Flüchtlingen bewegen sich vom mittleren Osten nach Europa.  Gar nicht zu reden von all den Dingen, die hinter den Kulissen geschehen und von denen wir vielleicht gar nichts in den Mainstreammedien hören.  Ich kann nachvollziehen, wie Angst da zum Thema werden kann.  Also wähle ich mich diese Woche darauf zu konzentrieren:  Mich durch jene Wellen der Angst zu fühlen.

Das macht auch aus einer höheren Perspektive Sinn.  Indem ich mich da hindurchfühle und damit liebevoll einem höheren Zweck diene, helfe ich auch dabei, einen neuen Standard für meine eigene Situation zu setzen.  Immerhin schließt die Quelle der Angstwellen die Behörden mit ein, an die ich mich wenden muss, wenn ich um Geld bitte.  Zu dem kann ich mich, wenn ich schon dabei bin, parallel durch meine eigenen Ängste fühlen, wenn nötig.  Und schließlich wäre ich nicht von großem Nutzen, wenn ich beim Arbeitsamt sitze und wie Espenlaub zittere, weil ich mich zuvor nicht richtig durch diese Wellen gefühlt habe.  (Das passiert tatsächlich wenn ich versuche, es beiseite zu schieben wenn die Wellen explodieren…)

Woher weiß ich, dass ich die richtige Wahl getroffen habe?

Ein sicheres Zeichen ist für mich, dass ich sofort ruhiger werde.  Plötzlich weiß ich wieder, wo mir der Kopf steht und ich kann deutlich freier atmen.  Dies ist etwas, das sich in meiner momentanen Situation besonders klar zeigt, da ich ruhiger werde und freier atme, trotz der Angstwellen, die über mich hinwegspülen.

Ein weiteres, genauso sicheres Zeichen ist, dass ich plötzlich nicht mehr feststecke und die Dinge wieder zu fließen beginnen.  In meinem aktuellen Fall zeigt sich dies, zum Beispiel, daran, dass ich endlich einige Dokumente eingescannt habe, welche seit einer Woche herumlagen, dass ich plötzlich die Energie verspüre, jene Briefe zu schreiben, die geschrieben werden müssen (zum Beispiel, um sich darüber zu streiten, dass wir der Krankenversicherung einen geringeren Satz schulden, als sie gerne annehmen würden oder um Stundung zu erbitten oder um bei unserem Vermieter nachzufragen, warum die Betriebskostenabrechnung solch eine exorbitant hohe Summe aufweist…) und dass ich nach einer recht langen Pause diesen Blogbeitrag verfasse.

Wie fühle ich mich durch solche Angstwellen hindurch?

Zuerst möchte ich erwähnen, dass ich diese Wellen nicht nicht fühlen kann.  Also habe ich die Wahl, mich durch sie hindurch zu ängstigen oder mich durch sie hindurch zu fühlen.  Und ich wähle Letzteres.”

-Stefanie Neumann

Eine Methode, die sich für mich beim hindurchfühlen durch jene Angstwellen als hilfreich erwies, ist Ho’oponopono.  Nachdem ich in die Situation hineingefühlt habe, entschied ich mich, am Tag mindestens 10 bis 30 Minuten Ho’oponopono-Meditationen durchzuführen, und ebenso jedes Mal, wenn sich eine Welle hindurch bewegt.  Ich habe auch um Hilfe gebeten.  Meine Mutter schickt mir Energie, mein Ehemann unterstützt mich liebevoll und beide, mein Ehemann und meine Mutter, schließen sich mir mit dem Ho’oponopono an.  Zudem habe ich die geistige Welt um Hilfe gebeten.  In diesem Falle habe ich hauptsächlich die Engel und Feen angerufen.

Außer Sich oder Selbstbeherrscht

Die große Frage in Zeiten wie diesen ist, wie wir wählen, sie zu erfahren.  Ja, wir haben tatsächlich eine Wahl.  Zugegebenermaßen mag es leichter sein, diese Wahl zu bemerken, wenn ich sicher in meinem Zuhause sitze und über Angstwellen spreche im Gegensatz zu jemandem, der 5.000 Kilometer durch halb Europa läuft um sicherzustellen, dass seine Kinder gesund und in Frieden aufwachsen.  Andererseits stelle ich mir vor, dass es immensen Mut und Selbstbeherrschung braucht, um sich tatsächlich auf so eine Reise ins Ungewisse zu begeben.

Wir haben eine Wahl.  Wir haben Optionen.  Wir können für Re-aktion oder für Aktion optieren (oder für Antwort, wie mein Ehemann gerne sagt).  Wir können in Panik verfallen oder wählen, unsere eigenen Gefühle zu beherrschen, ebenso wie unser Schicksal. 

Wir können uns durch Zeiten wie diese hindurchängstigen oder wir können uns durch die Angst hindurchfühlen.”

-Stefanie Neumann

Ich persönlich bin neugierig herauszufinden, was auf der anderen Seite der Angst liegt.  Also wähle ich, mich hindurchzufühlen.

Alles Liebe,
Steffi